Ernst Johannes Schönherr - das "Hammer-Hansl“

 

Wer das technische Denkmal "Frohnauer Hammer" in Frohnau besuchte, hat mehr als drei Jahrzehnte nicht nur die beeindruckende Technik im Gedächtnis behalten, sondern fast noch mehr "Hammer-Hansl" .

Johannes Schönherr führte Besucher aus allen Erdteilen durch das technische Denkmal. Sein Filzhut mit vielen Abzeichen, seine Lederschürze und sein Akkordeon machten ihn schon äußerlich zum Original. Vielmehr noch war er es durch seine unnachahmbare Art, die Besucher zu unterhalten und dabei Wissen zu vermitteln.

 

 

Johannes Schönherr wurde in Lichtenstein am 21. Dezember 1921 geboren. Er war das fünfte Kind des Schmiedes Ernst Theodor Schönherr und seiner Frau Anna Martha, geborene Küchler, einer Heimarbeiterin.

Auf Grund der finanziellen Situation seiner Eltern waren seine Träume, Musiker oder Schauspieler zu werden, nicht realisierbar. Deshalb nahm er eine Lehre als Weber auf. 1939 beendete er die Lehre. Er konnte aber kaum in senem Beruf arbeiten, denn er wurde als Soldat in eine Nachrichteneinheit in Ostfriesland eingezogen und war als Meldereiter am Ostfeldzug beteiligt. Mit einer Beinverletzung lädiert kehrte er 1946 in die Heimat zurück. Nach einer kurzen Rückkehr in seinen Beruf als Weber, folgte er 1948 dem Ruf zur Förderung des Uranerzes durch die SAG Wismut, indem er Bergmann wurde und zunächst als Bohrmaschinist in Frohnau arbeitete. Später stieg er bis zum Bohrmeister des von ihm zu bedienenden Bohrturms auf.

Ab 1953 übernahm er gelegentliche Führungen im Museum. Ab 01. April 1956 wurde er fest angestellt und führte über 35 Jahre lang Besuchergruppen durch den Frohnauer Hammer in Annaberg und erklärte die Funktionsweise dieses ehemaligen Hammerwerkes. Er erlangte eine große Volkstümlichkeit und Popularität. Man kann von ihm sagen, er war im positiven Sinn ein Star. Eines seiner Markenzeichen war das "Hammerlied". Er sang es im „Hammer“ aber auch in den Fernsehsendungen "Alles singt" und "Ein Kessel Buntes" und bei seinem Auftritt im Münchener Hofbräuhaus.

 

Der Stolz von unnern Arzgeberg
e wahrer Edelstaa
Dos is das alte Hammerwerk
do untn in Frohnaa
gieh ich do bei dan Haus vorbei
bleib iech vor Ehrfurch stieh
un denk, ´s muß noch wie früher sei
un här ne Hammer gieh
Der alte Hammer, Hammer, Hammer
Hammer in Frohnaa
an dan ham mer, ham mer, ham mer
unsre Freid halt dra

Wie muß doch schie gewasen sei
ze anne dozemol
als noch de Bergleit früh beizeit
gezugn noochn Sehmatol
Wer häret rings aus jeden Mund
a freidiges Glückauf
Bis nooch der Neistadt schallet laut
der alte Hammer rauf

Der alte Hammer, Hammer, Hammer
Hammer in Frohnaa
an dan ham mer, ham mer, ham mer
unsre Freid halt dra

Verschwunden un vergange
is de gute alte Zeit
doch stieht der alte Hammer
noch wie gemol aa noch heit
Wu´s Herrnhaus mol gewasen is
is eitel a Gewörg -
a Gasthaus is do eingericht
das schönnste im Gebörg

Der alte Hammer, Hammer, Hammer
Hammer in Frohnaa
an dan ham mer, ham mer, ham mer
unsre Freid halt dra


Johannes Schönherr wurde mehrfach ausgezeichnet. Er wurde 1997 Ehrenbürger der Stadt Annaberg-Buchholz und im Jahr 2000 verlieh ihm der damalige Ministerpräsident des Freistaates Sachsens, Prof. Kurt Biedenkopf, den Sächsischen Verdienstorden.

Am 27. April 2007 starb Johannes Schönherr im Alter von 85 Jahren. 150 Trauergäste begleiteten ihn zur letzten Ruhe auf dem Frohnauer Friedhof, wo er seinem Wunsch entsprechend ein Grab bekam mit Blick auf seinen geliebten "Frohnauer Hammer." Ihm zu Ehren wurde in Frohnau die „Hammer-Hansl-Linde“ gepflanzt.