Eberhardt del’Antonio (* 21. April 1926 in Lichtenstein/Sa.; † 22. Februar 1997 in Dresden) war ein deutscher Ingenieur und Science-Fiction-Schriftsteller.

 

Eberhardt del'Antonio war das dritte Kind des Betriebsschlossers und Maschinisten Heinrich Karl del´Antonio und seiner Ehefrau Carlla Sophie, geborene Heyen. Als er drei Jahre alt war siedelte die Familie 1929 nach Dresden-Cossebaude um.

 

Nach Schulzeit und Lehre arbeitete er als Metallhandwerker und machte eine Ausbildung zum technischen Zeichner. Ein angefangenes Studium der Ingenieurwissenschaft musste er 1944 wegen seiner Einberufung zur Wehrmacht abbrechen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war er für kurze Zeit interniert und wurde dann als Dienstverpflichteter nach Bremerhaven geschickt, wo er u.a. als Kranführer, Hafenarbeiter, Maler und Schmied arbeitete. Er siedelte illegal in die Sowjetische Besatzungszone über; dort übte er wiederum verschiedene Tätigkeiten wie Mechaniker, Reklamezeichner und Dispatcher aus.

 

Ab 1951 arbeitete er als Konstrukteur an der Entwicklung von Strömungsmaschinen mit und baute ein Büro für Erfindungswesen auf. Er war Mitglied in der Kammer der Technik und der Gesellschaft für Weltraumforschung und Raumfahrt. Daneben absolvierte er ein Fernstudium der Filmpsychologie. Von 1953 bis 1959 war er in der Betriebskulturarbeit von DDR-Firmen tätig. Ab 1959 lebte er als freier Schriftsteller in Dresden.

 

Eberhardt del'Antonio wurde in erster Linie bekannt durch seine utopischen Romane, in denen er linientreu die Probleme zukünftiger Gesellschaften nach Vollendung des Sozialismus schilderte. Seine größten Erfolge waren die beiden Romane Titanus und Heimkehr der Vorfahren, von denen in der DDR zusammen 500.000 Exemplare verkauft wurden. Von der westlichen Kritik wurden diese Werke jedoch als wenig originell in der Handlung und hölzern im Stil bemängelt.

 

Neben seinen der Science-Fiction zuzurechnenden Werken – in der DDR war der als US-amerikanisch geltende Begriff anfangs verpönt und es wurden "utopischer Roman" oder "wissenschaftlich-phantastischer Roman" verwendet – verfasste del'Antonio auch eine Reihe von Märchenspielen, u.a. 1971 Pittiplatsch auf Sternenreise.

 

Er starb am 22. Februar 1997 in Dresden.

 

Auswahl seiner Bücher:

  • Gigantum, Verlag Das Neue Berlin, Berlin 1957
  • Titanus, Verlag Das Neue Berlin, Gelbe Reihe, Berlin 1959
  • Projekt Sahara, Verlag Tribüne, Berlin 1962
  • Heimkehr der Vorfahren, Das Neue Berlin, Berlin 1966
  • Okeanos, Greifenverlag Rudolstadt, 1988
  • Volle Kraft voraus, Buchverlag Junge Welt, Berlin 1991 (zusammen mit Jens Prockat)

 

Quelle: Wikipedia; (bearbeitet und ergänzt)